Matthias Rimann besitzt mehrere Häuser in der Altstadt. Er kümmert sich selbst um die Verwaltung, kennt seine Mieterinnen und Mieter und ist bei Unterhalt und Sanierungen persönlich vor Ort. Ein Porträt über einen Altstadt-Hausbesitzer, der seine Liegenschaften nicht nur verwaltet, sondern sich auch persönlich darum kümmert.

Als das alte und sehr schöne Bliss-Haus an der Marktgasse und an der Stadthausstrasse von den Bliss-Erben verkauft wurde, ging ein Zittern durch die Mieterschaft. Was komme jetzt? Müssen wir gehen? Wie hoch wird die Miete? Das Zittern war vergebens. Die Mieterschaft konnte bleiben, die Mietaufschläge waren sehr fair.
Das liegt am Liegenschaftenbesitzer Matthias Rimann, der über die Gewerbe- und Wohnungsbau AG sechs Häuser in der Altstadt besitzt. Viele der Liegenschaften hat er von seinem Vater geerbt, der Architekt war.
Matthias Rimann, Jahrgang 1972, machte bei Rieter eine Elektronikerlehre, anschliessend besuchte er das Technikum. Er absolvierte ein Nachdiplomstudium in Wirtschaft und Finanzen und bildete sich im Immobilienbereich weiter. Dass Immobilien interessant sind, stellte er fest, als sein Vater in Elgg eine ziemliche Bruchbude kaufte. Er half bei der Sanierung mit und fand das spannend.
Das Besondere an Rimann: er macht vieles selber, zusammen mit seiner Frau, die ihn tatkräftig unterstützt. Die Liegenschaftenverwaltung, die Hauswartung, die Vermietung, die Buchhaltung, alles ist Original Rimann. Einfache Reparaturen macht er selber, aber bei schwierigeren Problemen hat er seinen Handwerkerstab. Kleine Betriebe mit möglichst erfahrenen und auch älteren Handwerkern bevorzugt er. Oft hilft er dabei mit. Im Haus an der Stadthausstrasse wurde die Zentralheizung eingebaut, er war als Hilfsarbeiter dabei, trug die Rohre hinauf und montierte die Radiatoren. Dort, wo es dicht sein musste, waren die Handwerker am Ball. Viele Malerarbeiten erledigt er selber. Aber auch den Mietern hilft er. Einem Musiker, der den Barock liebt, montierte er einen Kronleuchter in der Wohnung. Rimann sagt, seine Mieter seien seine Kunden, er erbringe eine Dienstleistung. Er sei der Organisator und Projektleiter. Er will in den Altstadtgassen der Mieterschaft immer offen in die Augen sehen können. Er sieht sich aber nicht als Wohltäter, mit seinen Liegenschaften verdient er seinen Unterhalt. Aber mit seinem Verwaltungsmodell sind die Kosten einfach tiefer. Für die Auswahl seiner Mieter nimmt er sich Zeit, er will sie kennen, und er kennt alle. So hat er auch wenig Wechsel, meist nur, wenn Kinder kommen, wenn Mieter ein Haus oder eine Eigentumswohnung kaufen oder wenn sie sich trennen.

05 .06.2026 / Paul Lehmann
