Was in Winterthur als Provisorium beginnt, kann lange bleiben. Das zeigt sich nicht nur beim Einspielzimmer am Stadthaus, sondern auch an mehreren Zweckbauten für Feuerwehr, Strasseninspektorat und Stadtentwässerung.

Langsam kann man sich kaum mehr an Corona erinnern. Die Stadt aber schon. Das wunderbare Einspielzimmer, das die Stadt währen der Pandemie für das Stadtorchester gebaut hat, verschandelt noch immer das Stadthaus. Vermutlich wartet die Stadt, bis das Provisorium so alt ist, dass man es unter Denkmalschutz stellen kann, zu Ehren des damaligen Architekten Gottfried Semper.

Winterthur hat eine lange Tradition für Provisorien, die dann ewig bleiben. Eines steht beim alten Feuerwehlokal an der Lindstrasse, es wurde als Garage für die immer grösser werdenden Feuerwehrautos gebaut. Heute nutzt es das Strasseninspektorat.

Ein weiteres Provisorium steht an der Zeughausstrasse, ebenfalls für die Feuerwehr gebaut, heute wird es von der Stadtentwässerung genutzt.

Und das neueste Provisorium ist das Kieswerk, ebenfalls an der Zeughausstrasse. Ohne Bauausschreibung wüten dort Bagger und Lastwagen. Und das schon mehr als ein Jahr.
04.06.2026 / Paul Lehmann
