Genossenschaften für günstiges und selbstbestimmtes Wohnen

Zum Steinhof
Genossenschaft Zum Steinhof, Obere Kirchgasse 3

Genossenschaften sind am besten geeignet, Liegenschaften zu übernehmen, auch in der Altstadt. Vor allem, wenn den bisherigen Besitzer*innen wichtig ist, dass ihre Liegenschaft weiter gepflegt und gehegt wird, statt hohe und höchste Profite damit herauszuholen.

Wie Ergebnisse der im Herbst 2019 von der Stadt Winterthur veröffentlichten Umfrage voraussagen, wird in den nächsten 10 Jahren vermehrt mit Eigentümerinnenwechseln bei Altstadtliegenschaften zu rechnen sein. Seit Jahrzehnten sind es zunehmend Pensionskassen, Geschäftsketten oder Anlageinstitute, die diese Liegenschaften aufkaufen, aufmöbeln und mit möglichst grossem Profit wieder vermieten. Geschäfte und Wohnungen werden dann in Hochpreisprojekte verwandelt, welche sich nur wenige Mieterinnen leisten können und sogar Leerstände zur Folge haben, die aber oft schon eingeplant sind.

Gemeinnützige Genossenschaften können einen angemessenen Preis bezahlen. Da sie nicht gewinnorientiert sind, sind die Mieten entsprechend anständig (Kostenmieten).

Eigentümer*innen, die auf lange Frist hinaus ihre Liegenschaft in guten Händen wissen wollen, bekommen diese Garantie nur von gemeinwohlorientierten Körperschaften, allen voran von Genossenschaften.

Mieter*innen, die bereit sind Verantwortung für ihre Liegenschaft zu übernehmen, sich damit auch verpflichten Sorge zu tragen und langfristig kostengünstig wohnen möchten, gelingt dies am besten, im Zusammenspiel mit einer selbstverwalteten Genossenschaft.

Man braucht nicht lange nach Beispielen zu suchen, es gibt einige sehr gute, gerade in der Altstadt.
Es können einerseits Besitzerinnen bei Genossenschaften oder dem Verband der Genossenschaften Winterthur nachfragen, andererseits auch Mieterinnen die von Verkaufsabsichten in ihrer Liegenschaft hören – auch sie können sich beim Verband oder direkt bei einer Genossenschaft Hilfe holen.

Vor einigen Jahren konnte durch die einfache Information einer Mieterin ein schönes Haus an der Obergasse von der Gesewo gekauft werden. Es gibt weitere Beispiele in der Altstadt, wo Mieter*innen durch die Gründung einer Hausgenossenschaft ihre Liegenschaft erwerben konnten.

Dazu braucht es 7 Genossenschafter*innen, Statuten, Anteilscheinkapital und Darlehen sowie natürlich eine wohlgesinnte Bank.
Man kann selber eine Genossenschaft gründen, oder sich einer bestehenden anvertrauen. Eine Beratung, was in welchem Fall zu tun ist, hilft, einen Erwerb niederschwellig zu ermöglichen.
Es braucht mutige Entscheidungen, welche sich aber lohnen und welche mit einer guten Begleitung zu gemeinwohlorientierten Ergebnissen führen.

Alfred Rüegg und Doris Schumacher, Bewohnerverein Altstadt

Verband der Genossenschaften Winterthur
Doris Sutter Gresia (Präsidentin)
Telefon: 052 242 60 06
info@wbg-winterthur.ch
www.wbg-winterthur.ch