Der Winterthurer Hauptbahnhof ist mehr als nur eine Verkehrsdrehscheibe. Er ist wichtigstes Eingangstor in die Stadt und verbindet die Altstadt mit dem Neuwiesenquartier, dem Sulzerareal und weiteren Quartieren. Täglich treffen hier Reisende, Pendler:innen, Studierende, Anwohnende und Besucher:innen aufeinander.

Winterthur wächst: Heute steigen am Hauptbahnhof rund 120’000 Menschen pro Tag ein und aus, künftig sollen es gegen 180’000 sein. Mit dem Brüttenertunnel soll die Kapazität zudem von rund 670 auf 900 Züge pro Tag steigen. Trotzdem muss der Hauptbahnhof mit den heutigen sieben Durchgangsgleisen auskommen. Für ein achtes Gleis fehlt der Platz. Ein unterirdischer Bahnhof bleibt zwar als sehr langfristige Option, soll aber vorerst nicht umgesetzt werden.
Das Konzept «Bahnhof Winterthur 2045+» sieht stattdessen einen neuen dreigleisigen Wendebahnhof Vogelsang vor. So werden die sieben Gleise entlastet und Kapazitäten für zusätzliche Verbindungen geschaffen. Zugleich entstehen neue Möglichkeiten für die Entwicklung des Vogelsangareals und eine Fussverbindung zum Sulzerareal.
Sozialraumanalyse nennt Defizite
Doch die Zukunft des Hauptbahnhofs ist nicht nur eine Frage von Gleisen und Zugzahlen. Die Testplanung Stadtraum HB untersucht auch, wie die öffentlichen Räume rund um den Bahnhof weiterentwickelt und für Fussgänger:innen und Velofahrende geöffnet werden können. Der Bahnhofplatz ist für viele der erste Eindruck von Winterthur. Auch der St. Georgen-Platz bietet Entwicklungspotenzial, nicht zuletzt wegen der Nähe zur ZHAW.
Eine Sozialraumanalyse nennt jedoch insbesondere auf der Ostseite des Bahnhofs grosse Defizite bei der Aufenthaltsqualität, Sicherheit, Platz und Grünraum. Drei Planungsteams arbeiten im Rahmen der Testplanung Stadtraum HB derzeit an Lösungsvorschlägen für diese Herausforderungen; die Ergebnisse werden bis Ende 2026 erwartet.
3. Stadtraum HB-Talk
Zusammen mit verschiedenen Vertreter:innen wird am 3. Stadtraum HB-Talk ein Einblick in die durchgeführte Sozialraumanalyse ermöglicht und spannende Fragen rund um den Sozialraum HB diskutiert. Dabei soll aufgezeigt werden, wie der Sozialraum Hauptbahnhof heute von unterschiedlichen Nutzergruppen wahrgenommen und genutzt wird und was es braucht, damit der HB 2050 als Begegnungs- und Aufenthaltsort funktioniert.
Mit dabei sind:
Bea Linder, Junge Altstadt
Hedi Strahm, Bewohnerinnen- und Bewohnerverein Altstadt
Basil Dietlicher, Leiter Sozialraum Stadt Winterthur
Jens Andersen, Leiter Amt für Städtebau Stadt Winterthur
Mittwoch, 30. September, 18:00 bis 19:00 Uhr
Ort: Stadtverwaltung Winterthur. Der Anlass ist kostenlos. Eine Anmeldung ist nicht zwingend.
